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Passat GTE

Meine Erfahrungen mit einem Hybrid-Passat (Teil 3)

Da mein Hybrid-Auto bestenfalls Benzin für rund 600 Kilometer mitführt, müsste ich unterwegs den Akku nicht laden. Aber der Spieltrieb ist geweckt und so versuche ich mit der Shell Recharge App Ladestationen am Parkort zu finden. Erste Erkenntnis: Die Preisspanne ist extrem und jede Ladestation funktioniert anders.

Bisher habe ich Ladesäulen in Düsseldorf, Solingen und Oberhausen genutzt. Immer muss man als Nutzer sein Ladekabel selbst mitbringen und erst in die Ladesäule und dann ins Auto einstecken. Sobald man den Wagen abschließt, ist das Kabel an der Säule und am Auto fest verriegelt.

Knifflig: Bei zwei Ladesäulen musste ich den Stecker an der Ladesäule erst freischalten, um das Kabel einstecken zu können. Das war an einer Säule der Stadtwerke Solingen nicht einfach: Dort wollte ich mit der TankE-App laden. Diese fordert dazu auf, einen QR-Code auf der Ladesäule zu scannen. Blöd: Die beiden sichtbaren QR-Codes wurden von der App nicht akzeptiert. Also habe ich die Säule in der App mittels GPS-Peilung ausgewählt. Dann wollte die App aber wissen, ob ich Säule 1 oder 2 meine. An der Stelle steht aber nur eine Säule mit zwei Anschlüssen. Also auf gut Glück: Das Kabel wollte ich rechts einstecken, also habe ich Säule 2 ausgewählt – und lag richtig. Schön wäre es, wenn die Stadtwerke Solingen den QR-Code sichtbarer machen würden.

Praktisch ist auf jeden Fall, dass man während des Ladevorgangs an allen Säulen kostenfrei parken kann. In Solingen ist dies auf 4 Stunden beschränkt (was für den Passat GTE gerade so reicht) und man muss eine Parkscheibe einlegen, während in Düsseldorf und Oberhausen keine Zeitbeschränkung existiert. Die Fairness gebietet es aus meiner Sicht, den Parkplatz nicht den ganzen Tag über zu blockieren. Nützlich: Die Shell-App bietet die Möglichkeit, eine Säule bis zu acht Stunden lang zu beobachten und so informiert zu werden, wenn die Säule belegt oder wieder frei ist. Das spart im Zweifel einen sinnlosen Umweg – der ja wieder Strom kostet.

Push-Nachricht: Auto lädt nicht
Push-Nachricht: Das Auto lädt nicht

Leider läuft der Ladevorgang nicht immer problemlos: Schon zweimal ist es mir in Düsseldorf passiert, dass laut VW We Connect-App das Ladekabel angeblich nicht mehr steckte und der Ladevorgang unterbrochen wurde. Da der Ladevorgang nach ein paar Stunden ohne meinen Eingriff wieder startete, gehe ich davon aus, dass die Fehlermeldung falsch war. Blöd nur, dass dadurch der Wagen gestern Abend nicht voll geladen war, als ich losfuhr. Immerhin: Nach zwei Tagen war das Problem gelöst.

Dramatische Preisunterschiede

Mit jedem Ladevorgang kann mein Passat GTE max. 13 kW speichern. Die Strommenge ist also begrenzt – die Preise sind es nicht. Günstig ist das Laden am Centro Oberhausen (Parkplatz direkt vor der Coca Cola Oase). Dort habe ich für 11 kWh 3,65 Euro bezahlt. Die Kilowattstunde kostet 42 Cent und pro Minute Parkzeit kommt 1 Cent dazu. Bisheriger Negativrekord sind die Ladesäulen der Stadtwerke Solingen: Dort würde ein Laden mit meiner Shell-Karte stolze 42,73 Euro kosten. Diese Summe setzt sich aus einem pauschalen Ladepreis von 1 Euro und einen Minutenpreis von 18 Cent zusammen. Da der Passat rund vier Stunden für die Stromaufnahme braucht, sind es dann 42,73 Euro. Nutze ich stattdessen die TankE-Karte und bin Kunde der Stadtwerke Solingen, zahle ich lediglich 39 Cent pro Kilowattstunde also in Summe 4,55 Euro für 11,66 kWh. Noch mal zum Genießen: An ein oder der selben Ladesäule zahlt man 4,55 oder 42,73 Euro für ungefähr die selbe Strommenge. Immerhin kann man in den jeweiligen Apps vorher nachsehen, was der Spaß kosten wird und so die böse Überraschungen vermeiden.

Mobil laden im Hotel

Am Sonntag fahre ich beruflich nach Saarbrücken. Auf der Suche nach einer Unterkunft habe ich bewusst nach Hotels geschaut, die eine Lademöglichkeit für Elektroautos anbieten. Portale wie booking.com bieten dies schon als Kriterium an. Allerdings handelt es sich zumeist nicht um eine Ladesäule für jedes beliebige Elektroauto: Tesla installiert in Hotels so genannte Destination Charger, die dann auch nur Tesla-Fahrzeuge beladen. Wie clever ist das? Die Super Charger, die das Aufladen von Tesla-Fahrzeugen am Rande großer Autobahnen erlaubt, sind ja bekannt – aber Tesla ist noch einen Schritt weiter gegangen und installiert in Hotels schwächere Ladestationen, die ein Aufladen über Nacht erlauben. Laut meiner Recherche kann man an diesen Ladestationen auch Tesla-fremde Fahrzeuge aufladen, aber nur, wenn neben der Tesla-only-Ladestation auch eine Tesla-Station installiert ist, die auch Fahrzeuge anderer Hersteller lädt. So werden die Tesla-Kunden bevorzugt, was aus Sicht des Herstellers natürlich Sinn macht.

Während Booking.com die Suche nach Hotels mit Ladestationen ermöglicht, finden sich auf der Hotel-Website diese Info nur sehr versteckt. Im Zweifel muss man also vorher anfragen, ob das eigene Auto dort beladen werden kann und ob man den Stellplatz reservieren kann.

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