Meine Erfahrungen mit einem Hybrid-Passat (Teil 2)

Seit Montag fahre ich teilweise elektrisch – mit meinem neuen Passat GTE (150 PS Benzinmotor, 115 PS Elektromotor). Erster Eindruck: Wahnsinn! Die beiden Antriebsarten sind perfekt aufeinander abgestimmt. Wenn man nicht genau hinhört oder die Angaben auf dem Digital Cockpit prüft, fällt gar nicht auf, welcher Antrieb gerade aktiv ist. Das Digital Cockpit ist super, hat mich am Anfang aber überfordert: Die Menge an Informationen war einfach zu viel – aber auch daran gewöhnt man sich nach ein paar Tagen.

Der erste Ladevorgang Foto: Sebastian Brinkmann

Das Navigationssystem Discovery Pro besticht durch sein großes Display – aber die Bedienung hat noch Potential nach oben. So haben die Entwickler den Lautstärkeregel durch zwei Tasten ersetzt. Wer denkt sich sowas aus? In der Navi-Ansicht zeigt das Gerät – anders als das Discovery Media im Vorgängermodell – nicht mehr die nächsten Manöver, Rastplätze und Staus an. Das fand ich sehr praktisch, weil man so stets sehen konnte, wann die nächste Raststätte kommt. Ärgerlich ist auch, dass man das Navi nicht über die Online-Verbindung mit neuen Zielen füttern kann. Das hatte ich im Vorgängerauto sehr geschätzt: Per CarNet-Portal konnte man Ziele bequem am Rechner suchen und dann ins Auto schicken.

Lade-Steuerung per App

Zum Aufladen muss das Auto per Ladekabel mit einer Ladesäule verbunden werden. Klingt einfacher als es in der Praxis ist: Beim ersten Versuch habe ich nicht verstanden, ob das Auto wirklich lädt und habe „zur Sicherheit“ den kleinen Knopf neben dem Ladestecker gedrückt. Leider habe ich erst am Abend verstanden, dass ich damit den gerade begonnen Ladevorgang wieder beendet hatte. Warum gibt es so einen Knopf?

Schick ist, dass man den Ladevorgang per Smartphone steuern kann: Die We Connect-App zeigt an, wie lange der Ladevorgang noch dauert und erlaubt die Programmierung der Abfahrtszeit. Letzteres macht Sinn, weil das Auto dann zum gewünschten Zeitpunkt vollgeladen und – auf Wunsch – auch klimatisiert wird. Toll, wenn man aus der winterlichen Kälte direkt in ein warmes Auto einsteigen kann. Nebenbei schont man so den Akku, weil die Heizung aus der Ladesäule Strom zieht. Verwundert war ich, dass der Ladevorgang während der Parkzeit unterbrochen wird: Der Akku wird zu Beginn ungefähr zu einem Drittel geladen und der Rest erfolgt vor der gewünschten Abfahrtszeit. Vermutlich ist das schonendender für den Akku.

Auf der Autobahn mit Benzin fahren …

Wenn man längere Strecken fährt, kann man den Akku mit dem Benzinmotor aufladen. Klingt unökologisch, weil dann Benzin in Strom verwandelt wird, aber aus meiner Sicht sinnvoll, weil man so auf der Autobahn mit Benzin fährt und die letzten Kilometer durch eine Innenstadt wieder rein elektrisch. Alternativ kann man einstellen, dass der Akku einen bestimmten Ladestand hält, damit man am Ziel noch genug Saft im Akku hat.

Das fällt schnell auf: Der Antrieb des Passats bietet viele Einstellungsmöglichkeiten – die man aber nicht nutzen muss. Wer sich mit all dem nicht beschäftigen möchte, steigt ein und fährt los. Die ersten Meter rollt der Wagen elektrisch los und schaltet dann auf den Benzinmotor um, wenn der Akku leer ist oder mehr Leistung abgerufen wird. Mittels der E-Mode-Taste lässt sich die Automatik beeinflussen: So lässt sich der reine E-Mode aktivieren oder der Akku mit dem Benzinmotor aufladen. Wer besonders flott fahren möchte, drückt die GTE-Taste: Dann werden Benzin- und Elektromotor kombiniert und es stehen mehr als 200 PS zur Verfügung.

Beteilige dich an der Unterhaltung

2 Kommentare

  1. Klingt gut, muss ich schon sagen. Aber auch ein bisschen komplex. Neu halt, aber inzwischen auch ziemlich naheliegend. Mal sehen, vielleicht bin ich beim nächsten Wechsel dabei. Der jüngste Wechsel ist gerade passiert. Golf VII Variant, herkömmlich. Und verdammt gut, muss man sagen.

    1. Es wird deutlich einfacher, wenn ich zu Hause eine Wallbox habe. Dann kann ich zu Hause und im Büro laden. Aber dem Thema Wallbox widme ich noch mal einen eigenen Beitrag. 🙁

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.