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Taugt das iPad Pro 12,9 Zoll als MacBook Pro-Ersatz?

Auf meinem (privaten) Schreibtisch steht seit Ende 2013 ein MacBook Pro 13 Zoll mit 27-Zoll-Cinema-Display. Vor Jahren aus meiner Sicht das Nonplusultra aus Portabilität und Nutzen auf dem Schreibtisch. Das Gerät ist inzwischen sieben Jahre alt und ich weiß immer noch nicht, was ich als Ersatz kaufen soll: Ein MacBook Pro? Brauche ich eigentlich nicht mehr, weil ich im Urlaub oder auf Dienstreise am liebsten mein iPad Pro von 2017 mitnehme. Deutlich portabler und für fast alle Aufgaben vollkommen ausreichend. Also lieber gleich ein iMac mit 27 Zoll Display? Da fehlt mir seit Jahren die Innovation bei Apple: Warum gibt es FaceID noch nicht für den Mac? Warum hat Apple die TouchBar vom MacBook Pro nicht in das Magic-Keyboard für Mac übernommen? Und warum kann man neue iMacs nicht als zweiten Monitor für ein (berufliches) MacBook Pro verwenden? Das ging früher. 🙁

Neu vor alt: MacBook Pro 13 Zoll mit Cinema-Display und davor das neue iPad Pro 12,9 Zoll mit Magic Keyboard. (Foto: Sebastian Brinkmann)

So kam ich auf die Idee, statt eines neuen Macs ein großes iPad Pro zu kaufen. Der Gedanke: Damit kann ich sowohl auf der Couch als auch am Schreibtisch fast alle privaten Dinge erledigen – und das Gerät passt perfekt in den Koffer, wo zumindest bei Dienstreisen schon das berufliche MacBook Pro einen Platz finden muss.

Fast dekadent: iPad Pro mit 12,9 Zoll und 512 GByte Speicher

Beim iPad Pro habe ich mich nicht Lumpen lassen: 512 GByte Speicher, Apple Pencil 2 und Magic Keyboard – in der Mac-Version für rund 85 Euro und nicht in der iPad-Variante für stolze 399 Euro (!!!). Für die Tastatur habe ich mir eine praktische Hülle von Studio Neat gekauft, die Lars Bobach in einem Youtube-Video empfohlen hat. Allein das iPad kostet so 1429 Euro plus Hülle (119 Euro), Stift (127 Euro bei Amazon). Für den Preis kriegt man schon ein gut ausgestattetes MacBook Pro mit 13 Zoll Bildschirm. Zweifelsohne: Für einen privaten Computer geben viele Leute deutlich weniger Geld aus.

Aber was taugt dieses teure iPad in der Praxis? Als ich das Gerät ausgepackt habe, hat mich die Größe zunächst erschrocken und ich habe in den ersten Tagen überlegt, ob ich das Gerät nicht besser gegen das kleinere 11 Zoll Modell tausche. Schnell war klar: Nein, diese Größe ist super, weil man endlich zwei Apps nebeneinander benutzen kann. Und an die Bedienung mit Finger statt Maus kann man sich nach kurzer Zeit sehr gewöhnen. Meine Sehnsucht nach FaceID auf dem Mac ist seither noch gewachen. Vor allem das Freischalten des Geräts oder des Kennwort-Managers per Tastatur empfinde ich inzwischen als sehr umständlich.

Allerdings gibt es ein paar Aufgaben die ich unter iOS nicht erledigen kann:

  • Drucken unter iOS ist trotz AirPrint ein Krampf: So kann man bis heute das Papierfach nicht auswählen, weshalb es mir unmöglich ist, Briefumschläge (die im hinteren Fach liegen) mit dem iPad zu beschriften. Besonders ärgerlich: Hat man zuletzt vom Mac aus einen Briefumschlag ausgedruckt, wählt AirPrint beim Ausdruck vom iPad aus automatisch einen Briefumschlag als Papierformat aus – was selten erwünscht ist. Auch ist es nicht möglich, zwei Fotos auf ein DIN A4-Blatt zu drucken.
  • Bisher habe ich Teamviewer eingesetzt, um Freunden und Verwandten bei Computer-Problemen zu helfen: Die Bedienung eines Mac von der iOS-Teamviewer-App ist ein Krampf, weil einfache Dinge wie das Verschieben eines Fensters oder das Klicken auf ein Icon nicht zuverlässig funktionieren. Immerhin habe ich dafür schnell Ersatz gefunden: AnyDesk hat Teamviewer ersetzt – und ist für die private Nutzung ebenfalls kostenfrei.
  • Für die Steuererklärung nutze ich seit Jahren die Steuersparerklärung. Leider hat der Hersteller bisher keine iOS-Version veröffentlicht und den Konkurrenten Wiso Steuer möchte ich nicht nutzen, weil die iOS-Version die Steuerdaten in der Cloud speichert.

Obwohl ich trotz dieser und einiger weiterer Einschränkungen immer mal wieder zum MacBook Pro greife, war die Entscheidung für das iPad Pro aus meiner Sicht richtig. Der Werbespruch: „Dein nächster Computer ist kein Computer“ geht auf – auch wenn Apple noch einige Verbesserungen in iPad OS umsetzen muss.

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